iPaid: Wie Online-Journalismus tatsächlich funktionieren könnte

RSS ist zu viel Stress. (cphotos@flickr.com)

Seit ein paar Tagen klicke bzw. tappe ich mich durch die digitale Magazinlandschaft, die sich auf dem iPad so versammelt hat. Wir erinnern uns, das iPad soll ja den Journalismus wieder zu dem machen, was er vor der digitalen Revolution mal war. Einfache, hoch bezahlte Arbeit für eine ehemalige Informationselite. Profitabel.

Erfolgsmodell kalter Kaffee
Die große Hoffnung der Verlage: Apples „lean back“ Konsummaschine soll die Zahlungsbereitschaft für digitalen Content endlich herstellen. Denn wenn etwas Zeit spart und bequem genug ist, dann zahlen Leute auch dafür. Selbst dann, wenn die gleiche Ware unter etwas Anstrengung für günstiger oder gar umsonst zu haben ist. Bestes Beispiel: Der Siegeszug von Kaffeepads. Klar, das Zeug ist teurer als ein Pfund Kaffee im Supermarkt zu kaufen und loszubrühen. Die Plörre ist meistens schon kalt wenn sie aus der Maschine kommt und schmeckt nicht besonders – aber man muss wenigstens nur einen einzigen Knopf drücken. Was wäre also toller für einen Verlag, als das gute alte Geschäftsmodell der Print-Branche auf Tablet-PCs und Ebookreader zu übertragen? Der User kauft mit einem Klick im Apple Store, Android Market oder noch besser: der eigenen Kiosk-App ganz einfach die aktuelle Ausgabe. So weit, so rührend. Weiterlesen

Girl Talk – zahl, was du willst

special price for you, my friend.. oliverlaumann@flickr.com

Ich war neulich zu Besuch in meiner alten Hamburger WG. Dort stieß ich nicht nur auf die üblichen Verdächtigen, diverse Biere und einen neuen Kickertisch, sondern auch auf die großartige Musik eines Künstlers namens Girl Talk. Der gute Herr, bürgerlich Gregg Michael Gillis, ist ein Großmeister des Mashups. Das heißt, er bedient sich freizügig an allem was rockt und dreht es durch die digitale Wurstmaschine. Kleinliche Copyrights werden mit dem Native Instruments Traktor überfahren, heraus kommt ein eklektizistischer Mix der klingt, als haben 10 Youtube-DJs eine Jugendherberge von 1995 in ihre Gewalt gebracht. Herrlich.

Ich geh mal mit dem Hut rum

Bei der Suche nach seiner Musik im Netz stieß ich auf die Seite seines Labels, Illegal Art. Hier tummeln sich eine Vielzahl an Laptoprockern, die hemmungslos alles zusammenmixen was nach vier noch auf der Tanzfläche funkioniert. Und das Allerbeste: Das grandiose Girl Talk Album „All day“ steht unter Creative Commons Lizenz und kann kostenlos hier heruntergeladen werden. Bitte, danke. Alle weiteren Alben des Künstlers sowie alle Veröffentlichungen auf dem  Label kann man hier ebenfalls downloaden. Das faszinierende: Der User bestimmt den Preis, den er dafür bereit ist zu zahlen. Ich kann mich nicht daran erinnern, wann ich das letzte Mal für Musik Geld ausgegeben habe – auf Illegal Art habe ich aber zugeschlagen und dem Label gerne mein Geld per Paypal überwiesen. Weiterlesen

Nerddeutscher Rundfunk – Wie das Internet den Bildschirm erobert.

Ahh, Fernsehen. So herrlich hierarchisch. jardenberg@Flickr.com

Mein Ausflug in die Fernsehwelt war recht kurz – drei Monate öffentlich rechtliches Praktikum beim ZDF im Mainz. Für Null Euro übrigens, bitte, danke. Schon bei der Arbeit dort wurde mir recht bald klar, dass das Fernsehpublikum wie das Medium selbst eher eine aussterbende Spezies ist. Mal im Ernst, auf eine Sendung warten? Was für ne blöde Idee. Doch anstatt sich um den Nachwuchs zu kümmern, verschließen die Sender in Deutschland die Augen vor der für sie trostlosen Medienrevolte, die am Horizont aufzieht. Das Mediennutzungsverhalten ändert sich elementar – In wenigen Jahren werden nur noch diejenigen Zuschauer übrig bleiben, die sich auch ihre eMails ausdrucken und Fahrkarten nur am Bahnschalter kaufen. TV wird zum Medium des analogen Bodensatzes. Weiterlesen

Warum das Fernsehen die nächste Musikindustrie ist.

CD-Verkäufe befinden sich seit Jahren im Sturzflug, Zeitschriftenauflagen fallen, die Filmindustrie verzeichnet weniger Kinobesucher. Warum? Internet. Jetzt erwischt es das Fernsehen, und zwar zu Recht – man hat jahrzehntelang die digitale Entwicklung ignoriert. Eine bekannte Strategie: Der Fehler der Musikindustrie war es, jahrelang zuzusehen, wie immer effizientere und umfangreichere Tauschbörsen entstanden – ohne einen zentralen, legalen Dienst anzubieten, über den man Musik in digitaler Form über das Netz erwerben kann. Das machte dann erst Apple mit iTunes – mit bekanntem Erfolg. Das Muster wiederholt sich. Weiterlesen

Das Leben in Serie

Die Serie: Das digitale Medium. BillOnCapitolHill@Flickr

Die TV-Serie, das müssen selbst Filmfans zugeben, hat in den vergangenen Jahren eine beeindruckende Wandlung durchgemacht. Noch in den 90ern waren Serien billig produziert, mit zweitklassigen Schauspielern durchzogen und an durchschaubare Studiosettings gebunden. Der Erfolg von enorm aufwändigen Produktionen wie The Sopranos, The Wire oder von Langläufern wie den Simpsons hat sie in den letzten Jahren vom Image des Zweitklassigen befreit. Inzwischen erzählen Serien bessere Geschichten als es Filme tun. Das ist kein Zufall – unser Leben ist kein Film mehr. Es ist Serie.

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Another World. Kindheit in HiRes.

Der Weg durch die Kunstwelten (anotherworld.fr)

Blick in die andere Welt (anotherworld.fr)

Meine Kindheit ist, wie die der meisten 80er Kids, untrennbar mit Computerspielen verbunden. Gestern entdeckte ich auf einer französischen Seite namens www.anotherworld.fr ein altes Lieblingsspiel von mir: Another World. 1991 erschien die Originalversion des polygonbasierten Action-Adventures des Franzosen Eric Chahi, das heute dank „Cider“ Port bequem auf dem Mac läuft. Die PC-Version gibt es zum Download für 8,99 €. Die einst klotzige VGA-Grafik wurde komplett neu aufgearbeitet und erstrahlt in HiRes. Weiterlesen

Tatsch-Screen. Der Körper wird Computer.

Die Mensch-Maschine (javier piragauta@flickr)

2010 ist das Jahr, in dem sie uns eigentlich den Jetpack, den Kontakt zu Aliens und das fliegende Auto versprochen hatten. Bis jetzt eher eine Enttäuschung. Doch dank einer neuen Erfindung kann man wenigstens seinen eigenen Körper als Touchscreen benutzen. Forscher der Carnegie Mellon University (Gott, wie oft beginnen bei mir Sätze mit „Forscher der XXX Universität…) machen es möglich: „Skinput“ nennt sich die Schnittstelle, die den eigenen Körper zum grafischen Eingabegerät macht. Weiterlesen

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